„Der Radverkehrsplan des Wetteraukreises wird zur Zeit fortgeschrieben“, teilte Landrat Jan Weckler anlässlich einer Konferenz mit Vertretern von Kommunen und Verbänden mit. Der Radverkehr dürfe nicht nur aus touristischer und sportlicher Sicht betrachtet werden. Gerade im Alltagsbereich ließe sich noch viel machen, so Landrat Weckler.

50 Prozent der in Hessen mit dem Kfz zurückgelegten Strecken haben eine Distanz von unter fünf Kilometern Hier ist noch sehr viel Potenzial für den Radverkehr. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Bedingungen stimmen. Das heißt, gut ausgeschilderte und fahrbare Wege, möglichst ohne den Kontakt zum motorisierten Verkehr.

Bei der Vorstellung des Radverkehrskonzeptes, in der vergangenen Woche im Haus der Umwelt, betonte der Wetterauer Landrat, dass der Kreis seiner koordinierenden Funktion gerecht werden wolle. „Wir brauchen eine übergeordnete Planung und die Umsetzung aus einem Guss mit allen Beteiligten“, so Wecklers Ziel. Die Beteiligung aller Betroffenen fand eine große Zustimmung innerhalb des Auditoriums.

Das Planungsbüro COOPERATIVE Infrastruktur und Umwelt ist mit der Fortschreibung des Radverkehrsplanes aus dem Jahr 2005 beauftragt. Das Büro hat eine lange Erfahrung in der Wetterau. Schon 1993 hat die COOPERATIVE die Radverkehrskonzeption für den Wetteraukreis erstellt.

Schwerpunkt Alltagsverkehr

Zielsetzung der Fortschreibung des Radverkehrsplanes ist die Förderung des Radverkehrs durch ein Netz von sicheren und attraktiven Routen, um der wachsenden Bedeutung des Radverkehrs als umweltfreundliches, energiesparendes, gesundheitsförderndes und damit nachhaltiges (Nah-)Verkehrsmittel gerecht zu werden.

Der Schwerpunkt der Fortschreibung soll auf dem Alltagsverkehr liegen. Das Fahrrad soll ein alternatives Verkehrsmittel zum Auto im Alltag werden. Dazu bedarf es direkter, umwegfreier Verkehrsführungen und der Vermeidung von Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie einer guten Wegequalität. Hier gibt es noch einiges zu tun.

Zwar verfügt der Wetteraukreis über nicht weniger als 1.000 Kilometer ausgewiesener Radwege, zumeist aber auf Wegen, die vor allem für die Landwirtschaft konzipiert sind und selten direkte Verbindungen ermöglichen. Erschwerend kommt hinzu, dass solche landwirtschaftlichen Wege gerne auch als Schleich- oder Promillewege genutzt werden, was unliebsame Begegnungen provoziert.

Auch die Fahrbahnbreite, die in der Regel nicht mehr als drei Meter beträgt, wurde beklagt, gerade vor dem Hintergrund, dass viele landwirtschaftliche Fahrzeuge immer breiter werden.

Bei der Konzeption von Radwegen werde man sich künftig auf die Verbindung von Ortsteilen, an den Anschluss von Bahnhöfen, weiterbildenden Schulen und größeren Gewerbegebieten mit vielen Arbeitsplätzen konzentrieren.

Schnell unterwegs auf der Kurzen Wetterau

Vielfach gewünscht ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung, von Butzbach über Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel, mit Anschluss nach Frankfurt. Die Qualitätsanforderungen eines Radschnellweges zu erfüllen, wird vorrangig nicht angestrebt Dafür seien die Anforderungen viel zu hoch. Zunächst soll eine direkte Wegeführung durch die Städte realisiert werden mit einer Ausbaubreite von drei Metern, mindestens aber 2,50 Meter. Dort, wo die Landwirtschaft die Wege mitbenutzt mit einer Breite von mindestens vier Metern.

Der Untergrund sollte ein glatter, sauberer Belag, am besten Asphalt sein, um eine ganzjährliche Nutzung zu ermöglichen.. Bei der Realisierung der Kurzen Wetterau freilich sind die Kommunen gefragt, denn die Kurze Wetterau soll über kommunale Radwege geführt werden In Kreuzungsbereichen und der Querung von Einmündungen und Kreisverkehrsplätzen gibt es eine Reihe von Detailproblemen, die nur gemeinsam gelöst werden können.

„In Kreuzungsbereichen und der Querung von Einmündungen und Kreisverkehrsplätzen gibt es eine Reihe von Detailproblemen, die nur gemeinsam gelöst werden können. Ich bin aber froh, dass wir einen wichtigen Schritt zur Fortschreibung des Radverkehrsplanes getan haben und freue mich auf die intensive Diskussion mit den Fachleuten aus den Kommunen, mit denen wir gemeinsam die Planung vorantreiben wollen“, so abschließend Landrat Weckler.

Quelle: wetteraukreis.de

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