13 Verabschiedungen, viermal 40-jähriges und achtmal 25-jähriges Dienstjubiläum. Landrat Jan Weckler, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch, Kreisbeigeordneter Matthias Walther und Personalratsvorsitzender Erwin Jahn haben dieser Tage die Arbeit von 25 Kolleginnen und Kollegen gewürdigt.

Das Jahr 1978 ist im historischen Gedächtnis als Jahr des Niedergangs autoritärer Regime im Iran und in Afghanistan, als Drei-Päpste-Jahr und als bis 2018 düsterstes Jahr der Deutschen Fußballnationalmannschaft in Erinnerung geblieben. Neben diesen großen historischen Ereignissen war es aber auch das Jahr, in dem Angelika Janke, Roswitha Seibel, Jürgen Grünbein und Uwe Schmittberger ihr Berufsleben im Öffentlichen Dienst starteten.

Die Kolleginnen und Kollegen, die jetzt ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern, sind 1993 in den Öffentlichen Dienst eingetreten. In diesem Jahr tritt Bill Clinton sein Amt als amerikanischer Präsident an. An Rhein und Mosel wird ein Jahrhunderthochwasser registriert, während heute die Wasserstände so niedrig wie nie zuvor sind. 1993 war auch das Jahr, in dem Tanja Arand, Petra Büttner, Lars Henrich, Wolfgang Köhler-Engel, Christine Lindner, Agnes Mikusseit, Dr. Reinhold Scheibner und Ute Schneeberger in den Öffentlichen Dienst eintraten.

In die Altersteilzeit bzw. den endgültigen Ruhestand verabschiedet haben sich: Helga Eckhardt, Linda Faatz, Angelika Grix, Ottmar Hacker, Klaus Peter Hüser, Wilhelm Kast, Marlies Krell-Moder, Elke Niederhäuser, Ingeborg Ommert, Ingrid Pfister, Traude Pracht, Rainer Stock und Renate Wiecha.

Personalratsvorsitzender Erwin Jahn erinnerte in seinem Redebeitrag an die 70er Jahre in der öffentlichen Verwaltung. „Da gab es noch kein eigenes Budget mit übertragbaren Haushaltsmitteln für die Ämter. Zum Jahresende sollten dann, wenn möglich, die Mittel noch ausgegeben werden. ‚Novemberfieber‘ hieß das in der öffentlichen Verwaltung. Von PCs wusste man nur vom Hörensagen. Der umfangreiche Haushaltsplan wurde in der Hausdruckerei gedruckt und von den Auszubildenden sortiert.“

Während heute die Einheiten selbstständig ihre Büromaterialien bestellen, gab es bis in die 90er Jahre hinein einen zentralen Einkauf. Mittwochnachmittags wurde dann Material im Keller abgeholt. Wer zu spät kam, hatte unter Umständen Pech und zog ohne Bleistift und Radiergummi ab.

In den 90er Jahren wurde schließlich die Verwaltungsmodernisierung eingeläutet. PCs hielten allenthalben Einzug. Das papierlose Büro wurde propagiert und manch einer fürchtete um die Jobs in der öffentlichen Verwaltung. Die Realität ist eine andere geworden. Die Jobs gibt’s immer noch und weniger Papier wird auch nicht gebraucht.

Die Sicherheit der Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung war das Stichwort für Landrat Jan Weckler. Manch einer lächele über die Gehälter im öffentlichen Dienst. Doch die Sicherheit, die hier geboten werde, auch in Zeiten, in denen die Wirtschaft weniger gut läuft, sei auch ein hohes Gut.

Die Zahl der Arbeitsplätze hat sich trotz der Einführung der PCs nicht vermindert. „Ganz im Gegenteil. Wir haben heute so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie nie zuvor. Das hat vor allem mit der Zuweisung neuer Aufgaben von Bund und Land auf die Kommunen zu tun, aber auch mit immer komplizierteren Rechtsmaterien. Gab es früher Ausführungsverordnungen zu Gesetzen von zwei oder drei Seiten, so hat sich deren Umfang mittlerweile vervielfacht“, sagte der Wetterauer Landrat.

Die öffentliche Verwaltung sei nach wie vor eine wichtige Konstante, auch wenn 40-jährige Dienstjubiläen längst nicht mehr so oft gefeiert werden wie früher. „Die Fluktuation ist hoch, Menschen binden sich heute nicht mehr für ein ganzes Leben an einen Arbeitgeber“, sagte Landrat Jan Weckler.

Bei Kaffee und Kuchen war dann genügend Zeit für Geschichten und Anekdoten aus vergangenen Verwaltungszeiten und für eine würdige Verabschiedung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus Altersgründen ausgeschieden sind.

Quelle: Wetteraukreis

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