Einen Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz, den Katastrophenschutz und die Allgemeine Hilfe des Wetteraukreises hat Kreisbrandinspektor Lars Henrich jetzt vorgelegt. Nachdem der Kreisausschuss dem mehr als 70-seitigen Papier zugestimmt hat, wird sich der Kreistag in seiner kommenden Sitzung am 20. Februar damit beschäftigen.

Durch die Aufgabenteilung im Bereich des Brandschutzes, des Katastrophenschutzes und der Allgemeinen Hilfe zwischen den Kommunen, den Landkreisen und dem Land Hessen werden vom Land immer mehr Aufgaben auch in den Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich der Landkreise übergeben.

Landrat und Brandschutzdezernent Jan Weckler nennt beispielhaft die zusätzliche Ausbildung von ehrenamtlichen Einsatzkräften, aber auch Planungsaufgaben, etwa im Bereich des Katastrophenschutzes wie die Vorgabe des Landes, Notunterkünfte für mindestens 1.000 Menschen für Katastrophenfälle bereitzuhalten.

Das umfangreiche Papier erfasst nicht nur statistische Daten, sondern auch ganz spezielle, etwa zur Seismologie. Hier kann Entwarnung gegeben werden: Der Großteil der Wetterau wird zur Erdbebenzone Null, Rosbach, Niddatal, Karben, Wöllstadt und Bad Vilbel zur Erdbebenzone Eins gerechnet. Bei beiden Zonen werden als Wirkung maximal leichte Gebäudeschäden, zum Beispiel Risse im Putz, vor allem bei Gebäuden in schlechtem Bauzustand erwartet.

Anders sieht es schon beim Wetter aus. Hier kann auch mit schnellen und extremen Unwetterlagen (Hochwasserschäden, Sturmschäden) gerechnet werden. Weiterhin werden die Themen Energieversorgung, Wasserversorgung und -entsorgung betrachtet und schließlich ein umfassendes Bild auf die Einsatzstatistik der knapp 139 Freiwilligen Feuerwehren in der Wetterau geworfen.

Die Zahl der Brand- und Hilfeleistungseinsätze liegt bei rund 2.200 im Jahr. Hinzu kommen Brandsicherheitswachen und der große Bereich der vorbeugenden Gefahrenabwehr in Form von Gefahrverhütungsschauen.

Henrich: „Wir brauchen mehr junge Feuerwehrleute“

Wesentlich für die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren, dem Rückgrat der Brandbekämpfung in der Wetterau, ist eine genügend hohe Zahl an freiwilligen Feuerwehrmännern und -frauen. Allerdings ist die personelle Entwicklung in den Einsatzabteilungen seit 2013 leicht rückläufig. Das Durchschnittsalter aller Mitglieder der Einsatzabteilungen beträgt 34,7 Jahre. In einigen Wehren beträgt das Durchschnittsalter aber schon über 40 Jahre. „Die Einsatzabteilungen müssen durch Neuaufnahmen verjüngt werden, damit es nicht in einigen Jahren zu erheblichen Personalproblemen kommt, weil überdurchschnittlich viele Feuerwehrangehörige gleichzeitig aus dem Dienst ausscheiden“, so Kreisbrandinspektor Lars Henrich.

Sorgen bereiten dem Kreisbrandinspektor auch die Mitgliederzahlen in den Jugendfeuerwehren. Diese sind ebenfalls seit 2013 rückläufig. 1.457 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren sind derzeit in den Freiwilligen Feuerwehren aktiv. Erfreulich ist hingegen die Zahl der Kinder zwischen sechs und zehn, die in den Kindergruppen der Feuerwehren aktiv sind. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen von 615 im Jahre 2013 auf 810 Jungen und Mädchen im Jahre 2017.

Quelle: Wetteraukreis

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