Das Bingenheimer Ried gehört zu den wichtigsten Naturschutzgebieten Hessens. Für viele Tierarten ist das in weitem Umkreis das einzige Biotop. Hanns-Jürgen Roland wohnt direkt am Bingenheimer Ried, engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für den Naturschutz und hat jetzt einen bemerkenswerten Bildband über das Bingenheimer Ried herausgebracht.

Dieser Tage hat Roland sein Werk Landrat Jan Weckler vorgestellt. Auf 140 Seiten präsentiert Roland von einem Schatz in unmittelbarer Nähe, auch wenn nur wenige solche Bilder zu sehen bekommen.
Hanns-Jürgen Roland hat lange als Devisenhändler gearbeitet. „Nach dem Job wollte ich noch etwas machen, von dem die Natur profitiert.“ Zunächst hat er sich intensiv dem Thema Libellen in der Wetterau gewidmet. Mehr als 60 Libellenarten gibt es in der Wetterau. In ganz Deutschland sind es 81 mit der Tendenz zur Veränderung. Südliche Arten verdrängen Libellen, die eher an das kühlere Klima angepasst sind. Gabel-Azurjungfern sind relativ neu in der Region, hingegen verschwunden ist die Schwarze Heidelibelle.

Wenn Hans-Jürgen Roland aber vom Bingenheimer Ried spricht, kommt er schnell ins Schwärmen. Das rund 85 Hektar große Gebiet in der Horloffaue ist das Herzstück des Landschaftsschutzgebietes Auenverbund Wetterau, und es ist Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für seltene Vogelarten. „Wir haben hier einen Lebensraum, wie es ihn sonst nur noch selten gibt“, sagt er über das einzigartige Naturschutzgebiet an dessen Rand er das Glück hat zu wohnen.

Das Wasser der Horloff wird hier in diesem Auenbereich gestaut und bietet einen ganz besonderen Lebensraum. Dieses Jahr war es etwas anders, es war und ist noch extrem trocken, die Horloffaue war schon früh ausgetrocknet. Das wurde etwa für den Haubentaucher zum Problem, von den sieben Brutpaaren wurde kein einziges Jungtier flügge, weil die kleinen Fische als Futter fehlten.

Ein Buch, das zur Identität der Wetterau beiträgt

Dafür hat der zurückgehende Wasserstand für andere Vögel den Tisch mehr als reich gedeckt. „An einem Tag kamen hier 200 Weißstörche, zehn seltene Schwarzstörche, 50 Silberreiher und 50 Graureiher zusammen und haben alles systematisch abgefischt: Fische, Amphibien, ein wahrer Garten Eden für die Vögel“, berichtet Roland.

Vögel, Amphibien und Insekten, die man sonst nur selten zu sehen bekommt, hat Hanns-Jürgen Roland in bestechender Schärfe aufs Bild gebannt und dokumentiert so die Vielfalt und Schönheit eines Schatzes mitten in der Wetterau. „Ein Buch, dessen Lektüre regionale Naturgeschichte vermittelt, dessen Bilder beeindrucken und das zur Identität der Wetterau beiträgt“, urteilt Landrat Jan Weckler.

Das Bingenheimer Ried, ein Bildband mit Informationen zum Gebiet, herausgegeben von Hanns-Jürgen Roland, ist im Buchhandel oder bei Hanns-Jürgen Roland zum Preis von 24,90 Euro erhältlich.

Quelle: Wetteraukreis

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