Karl Winther feierte 10. September seinen 90. Geburtstag. Landrat Jan Weckler hat dem verdienten ehrenamtlichen Naturschützer und Altenstädter Ehrenbürger persönlich die Glückwünsche des Wetteraukreises überbracht.

Noch vor wenigen Jahren hat Karl Winther nahezu seine gesamte Freizeit dem Naturschutz des Wetteraukreises gewidmet. „Durch sein jahrzehntelanges Engagement ist er zu einer Institution in Sachen Naturschutz in der Wetterau geworden“, würdigte Landrat Weckler die Arbeit des Jubilars. Karl Winther erkannte früh, dass nur mit dem Erhalt von Lebensräumen für möglichst viele Tier- und Pflanzenarten auch die Lebensgrundlage der Menschen gesichert werden kann. Sein nachhaltiger Einsatz hat maßgeblich dafür gesorgt, dass zahlreiche wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Wetteraukreis gesichert und entwickelt werden konnten. Viele dieser Gebiete haben für die Erhaltung ungezählter Arten eine weit über die Kreisgrenzen hinausreichende Bedeutung. Durch die Ausweisung als europäisches Vogelschutzgebiet oder als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) wurden diese Flächen inzwischen in das europäische Netzwerk „Natura 2000“ eingebunden.

Vorbildliche Zusammenarbeit

Als vorbildlich unter den hessischen Landkreisen gilt die in der Wetterau gepflegte vertrauensvolle Zusammenarbeit von Naturschutz, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft. Hier hat Karl Winther Spuren hinterlassen. „Ihm ist es zu verdanken, dass zwischen amtlichen und ehrenamtlichen Naturschützern, zwischen Behörden, Ämtern und Politikern aller Denkrichtungen gemeinsam und konstruktiv zielgerichtet nach Lösungen gesucht wird“, so Weckler. Winthers Überzeugungs- und Integrationskraft bei Politikern, Naturnutzern und Naturschützern hat den Grundstein dazu gelegt, dass einige Tierarten in die Wetterau zurückkehren konnten. Der Biber und seltene Fischarten wie Nase und Schneider sind wieder in der Nidda heimisch. In der Wetterau ist einer der größten hessischen Laubfroschbestände zu finden. In den Wäldern streifen Wildkatzen umher und brüten Schwarzstörche. Tausende Vögel nutzten die Feuchtgebiete als „Tankstelle“ während des Vogelzugs. Besonders augenfällig ist die hohe Zahl an Weißstorchbrutpaaren.

Hundert statt zehn Weißstorchpaare

„Noch vor zehn Jahren haben wir eigens Pressemitteilungen geschrieben und die wenigen Brutpaare willkommen geheißen, die nach dem Winter zum Nestbau in die Wetterau kamen. Jetzt zählen wir statt zehn fast 100 Weißstorchbrutpaare, Ein sichtbarer Erfolg langjähriger Bemühungen von vielen Beteiligten, auch das ist mit ein Verdienst von Karl Winther“, so Landrat Weckler.

Karl Winther war seit der Gründung des Naturschutzbeirates bei der Unteren Naturschutzbehörde des Wetteraukreises in den Jahren 1981 bis 1998 engagiert in diesem Fachgremium tätig, lange Jahre als Vorsitzender. Als Träger des ersten Umweltschutzpreises des Wetteraukreises im Jahre 1980 gelang es Karl Winther immer wieder, Bürgerinnen und Bürger – egal ob jung oder alt – mit seinem ausgeprägten Engagement für die ehrenamtliche Naturschutzarbeit zu begeistern.

Schon in frühen Jahren, als Karl Winther neben seiner verantwortungsvollen Tätigkeit in einer Frankfurter Baufirma viel Zeit für den Naturschutz opferte, fand er immer Rückhalt bei seiner Familie. Besonders seine Frau Anna stärkte ihm bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit den Rücken.

Quelle: Wetteraukreis

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