Vier Museen wird Landrat Jan Weckler in den kommenden Wochen und Monaten besuchen. „Ich will damit auf die Kostbarkeiten aufmerksam machen, die wir oftmals unbeachtet vor der Haustür haben.“

Den Auftakt für die Besuchsreihe von Landrat Weckler machte das Musikinstrumentenmuseum in Lißberg. Kurt Racky, langjähriger Pfarrer in Lißberg und Mitinitiator des Museums, das die Entwicklung der Musikinstrumente von Pistorius bis heute zeigt, gab einen kurzen Abriss über das Museum, das 1990 gegründet wurde. Schon vorher war Lißberg bekannt für sein Festival alter Musik.

Es war schließlich der Sammler Kurt Reichmann, der einen Großteil der Ausstellungsstücke aus seiner privaten Sammlung beitrug, nachdem sich seine Pläne für ein Museum in der Mainmetropole zerschlugen. Während in anderen Musikinstrumentenmuseen häufig nur Instrumente des 15., 16. oder 17. Jahrhunderts separat vorgestellt werden, kann man hier in Lißberg anhand einzelner Instrumente, deren Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg verfolgen.

Tanz auf dem Vulkan

Lißberg liegt auf einem Vulkanschlot des Vogelsberges, als Uli Ritter, Claudia Gottschalk und Anke Richter zum deutschen Schreittanz mit ihren Rauschpfeifen aufspielten, kam das im wahrsten Sinne des Wortes dem Tanz auf dem Vulkan nahe.

Das Musikinstrumentenmuseum in Lißberg hat eines der größten Dudelsackpfeifen- und Drehleiersammlungen überhaupt. Seine Renaissance hat der Dudelsack in den 80er Jahren sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland erlebt. In der DDR nutzten viele Musiker das Instrument, um gegen die SED-Diktatur zu opponieren, indem sie die Musik des Vormärz und der Revolution von 1848 spielten.

Dass das Musikinstrumentenmuseum in Lißberg ein Museum der lebendigen Musik ist, das konnten die Besucherinnen und Besucher, die an diesem Sonntagnachmittag der Einladung von Landrat Jan Weckler und Ortenbergs Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring gefolgt sind, erleben. Schottische, schwedische und deutsche Musik wurde gespielt. Ganz zum Schluss erklang „Das stolze Schiff“ aus dem Biedermeier, das an eine dunkle Zeit in Deutschland erinnert, in der viele Menschen dem Land der Unterdrücker und der bitteren Armut entflohen.

Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring nannte das Musikinstrumentenmuseum den Beitrag Ortenbergs zu Europa mit Instrumenten aus der ganzen Welt, ja sogar die Anbindung des chinesischen Großprojektes der Neuen Seidenstraße sei möglich. Ortenberg habe unerschöpfliche Möglichkeiten zur Innenentwicklung. „Wir sind für chinesische Investoren offen.“

Quelle: Wetteraukreis

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