Der Wetteraukreis setzt als Schulträger auf ganztägige Betreuungsangebote an Grundschulen. Mit dem Schuljahr 2018/19 ist der Wetteraukreis dem Landesprogramm „Pakt für den Ganztag“ beigetreten. Eine von bislang vier „Pakt-Schulen“ im Wetteraukreis ist die Philipp-Dieffenbach-Schule in Friedberg. Landrat Jan Weckler hat dieser Tage die Schule besucht und sich nach der Entwicklung des Ganztagsprogramms erkundigt.

Der Pakt für den Ganztag, bislang „Pakt für den Nachmitttag“ genannt, ist ein Ganztagsprogramm des Landes Hessen, das auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen Land und Schulträger beruht. Dabei bietet das Land eine kostenfreie Betreuung an fünf Tagen die Woche bis 14:30 Uhr an. Der Wetteraukreis als Schulträger stellt in Kooperation mit der Kommune einen Beitrag zur Betreuung zwischen 14:30 Uhr bis 17 Uhr, und in den Schulferien zur Verfügung. Mit dem Pakt für den Ganztag wird ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsprogramm geschaffen.

„Der Pakt für den Ganztag entlastet die Eltern und sorgt für einen verlässlichen Rahmen, den unsere Gesellschaft und die Familien dringend benötigen“, erläutert Landrat Weckler bei seinem Besuch der Philipp-Dieffenbach-Schule. Finanziell wird das Programm auch von der Stadt Friedberg mit unterstützt. „In diesem Dreiklang zwischen Land, Kreis und Stadt sollen die Familien unterstützt werden. Im Idealfall ist eine Entscheidung zwischen Beruf und Familie nicht mehr zwingend nötig, sondern es heißt Familie und Beruf“, erklärt Landrat Weckler.

Etwa 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Friedberger Grundschule sind in diesem Schuljahr für den Pakt für den Ganztag angemeldet. Für das kommende Schuljahr 2019/20 sind bereits rund 53 Prozent der Kinder angemeldet – und die Tendenz ist weiter steigend.

Der Pakt für den Ganztag wird an der Philipp-Dieffenbach-Schule in Kooperation mit der AWO (Arbeiterwohlfahrt) ermöglicht. Fachkräfte der Schule und der AWO arbeiten zusammen. Schulleiterin Dr. Christiane Willeke-Wetstein berichtete dem Landrat und Schuldezernenten, dass die Zusammenarbeit im letzten Jahr reibungslos und verlässlich verlief. Anfängliche Hürden wie ein erhöhter Kommunikations- und Abstimmungsbedarf haben sich in ein verlässliches und gut angenommenes System gewandelt.

Kombiniert mit dem Ganztagsangebot gibt es an der Philipp-Dieffenbach-Schule sogenannte Lernzeiten im regulären Stundenplan, also ein zusätzliches und verpflichtendes Förder- und Forderinstrument für alle Schülerinnen und Schüler. Zudem bilden von der Schule angebotene Arbeitsgemeinschaften einen großen Teil des Angebots im Pakt für den Ganztag. Dazu gehören Angebote sowohl in Kooperation mit verschiedensten Vereinen, wie zum Beispiel Tischtennis oder eine Keramikwerkstatt als auch mit Akteuren wie der Musikschule und der Stadtkapelle. Ziel sei es, im Rahmen des Ganztagsangebots Förderung und Forderung der Schülerinnen und Schüler zu vereinen.

Neben der Philipp-Dieffenbach-Schule sind derzeit die Regenbogenschule in Bad Vilbel, die Grundschule im Ried in Reichelsheim und die Georg-August-Zinn-Schule in Büdingen-Düdelsheim im Wetteraukreis dem Pakt beigetreten, im kommenden Schuljahr kommt die Jim-Knopf-Schule Wölfersheim dazu. Wenn es nach dem Kreis geht, sollen sich in Zukunft weitere Schulen anschließen. „Der Wetteraukreis berät hier gerne, letztendlich ist dies aber eine Entscheidung der einzelnen Schule und ihrer Gremien“, erläutert Landrat Weckler. Insgesamt zeigte er sich nach dem Besuch der Philipp-Dieffenbach-Schule positiv gestimmt: „Verlässlichkeit wird groß geschrieben und so auch die Aufgabe, ein verlässliches Umfeld für berufstätige Eltern zu schaffen. Dieses Ziel wollen wir mit dem Pakt für den Ganztag erreichen und etablieren.“

Quelle: Wetteraukreis

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