Andreas Stecker und Thorsten Strzoda arbeiten seit vielen Jahren im Recyclinghof des Abfallwirtschaftsbetriebes des Wetteraukreises in Friedberg. Beide Kollegen haben eine Behinderung, sind aber dennoch bestens integriert in die Abläufe.

Andreas Stecker arbeitet seit zwölf Jahren im Recyclinghof, bedient die Waage, führt Aufsicht und weist die Kundinnen und Kunden zu den jeweiligen Containern, um die angelieferten Materialien abzugeben. Der 42-Jährige lebt in Friedberg und ist hochzufrieden mit seiner Arbeit, die ihm viel Freude macht. „Es ist ein abwechslungsreicher Job, ich bin an der frischen Luft und habe mit Menschen zu tun, genau das, was ich gerne mache.“

Sein Kollege Andreas Strzoda sieht das ähnlich. Der 43-Jährige ist schon seit 13 Jahren dabei und ist im Bereich Grünabfall tätig, wo er die Presse bedient. Auch ihm macht die Arbeit an der frischen Luft viel Freude. „Es ist abwechslungsreich und mitunter kurios. Unlängst kam jemand mit einer Fritteuse. Da war das Öl noch drin. Das ist natürlich kein Elektroschrott.“

Landrat Weckler: „Beispiel für gelungene Integration!“

Reiner Petter ist Leiter des Recyclinghofs und hochzufrieden mit den beiden Kollegen, ohne die der Recyclinghof nicht zu managen wäre. „Das ist ein Beispiel für eine gelungene Integration“, urteilte Landrat Jan Weckler, der schon öfter Kunde des Recyclinghofs war und auf die Hilfe der beiden Kollegen zurückgreifen konnte. „Hier wurde ich sachkundig und freundlich bedient. Das zeigt doch, dass auch Menschen mit Handicap sehr wohl vollwertige Arbeitskräfte sein können.“

Die beiden Kollegen sind im Rahmen der betriebsintegrierten Beschäftigung angestellt, das heißt, ihr Arbeitgeber ist die Behindertenwerkstatt Wetterau, auch wenn sie seit vielen Jahren schon im Recyclinghof ihren Dienst versehen.

Kreisverwaltung mit Vorbildcharakter

In Sachen Behindertenbeschäftigung ist der Wetteraukreis ohnehin vorbildlich. „Wir erfüllen die gesetzliche Quote, wonach fünf Prozent der Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung reserviert sein sollen, um mehr als das Doppelte und das durchaus mit sehr guten Erfahrungen“, so der Landrat.

Kreisbeigeordneter und Abfallwirtschaftsdezernent Matthias Walther lobte ebenfalls die gute Arbeit der beiden Kollegen. Das System der Recyclinghöfe insgesamt bezeichnete er als eine Erfolgsgeschichte. „Hier wird viel angeliefert, was ansonsten in der Natur landen würde.“

Die Tage des Recyclinghofes am Standort Bei der Warth, im Friedberger Norden, sind indes gezählt. Der Recyclinghof ist an die Grenzen seiner Kapazität angelangt. Bis zu 500 Kundinnen und Kunden kommen täglich, um Restmüll, Sperrmüll und Wertstoffe abzuliefern. Zum Ende des kommenden Jahres soll der Recyclinghof auf ein wesentlich größeres Grundstück im Friedberger Stadtteil Dorheim umziehen.

Quelle: Wetteraukreis

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