Beeindruckt zeigte sich Landrat Jan Weckler von den Planungen des Fördervereins Wind- und Wasserkunst e.V., der sich die Erhaltung, Pflege und Wiederherstellung der Wasserräder und Windmühlentürme in Bad Nauheim zum Ziel gesetzt hat.

Bei einem Ortstermin hatte sich Landrat Jan Weckler dieser Tage von den Plänen zur Wiederherstellung der Windmühle an der langen Wand informieren lassen. Die Idee der Wiederherstellung des Windmühlenturms entstand im Jahre 2004 anlässlich des Deutschen Mühlentages in Bad Nauheim.

Bedeutendes technisches Denkmal

Der Windmühlenturm drehte sich in der Zeit von 1747 bis 1824 bis ein Orkan die Flügel und die Turmkappen an den Türmen zerstörte. Wie Dr. Thomas Schwab, Erster Vorsitzender des Fördervereins, erläuterte, blieben zahlreiche Reste der Originaltechnik auch nach der Stilllegung des Windkraftbetriebs erhalten, etwa der freigelegte Drehkranz, auf dem die Mühlenkappen mit den Flügeln gegen den Wind gedreht wurden. Wenn es gelingt, den Windmühlenturm wiederherzustellen, würde ein bedeutendes technisches Denkmal reaktiviert.

Die erste Pumpe gleicher Bauart wurde von Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahre 1779 im Harz errichtet. Nach der Wiederherstellung wäre der Windmühlenturm in Bad Nauheim das einzige nach dem gleichen Prinzip arbeitende historische Industriedenkmal in Europa. Die Windenergie des Turmes wurde vor mehr als 250 Jahren genutzt, um das solehaltige Wasser über das Gradierwerk zu leiten und damit die Sole zu konzentrieren. Bei schlechten Windverhältnissen wurden die Pumpen über ein Feldgestänge von fast 900 Metern Länge durch das an der Wetter stehende Schwalheimer Wasserrad angetrieben.

Auf rund 440.000 Euro veranschlagt der Verein die Kosten für die Wiederherstellung des Denkmals von europäischem Rang. Landrat Jan Weckler unterstützt die Idee und sieht darin eine Investition in die Zukunft der Stadt. Ein solches Baudenkmal begeistert nicht nur zusätzliche Touristen, sondern trägt auch zur Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt bei.

Deutscher Mühlentag mit fünf Beiträgen aus der Wetterau

Am 10. Juni findet der 26. Deutsche Mühlentag statt. Fast 1.000 Mühlen nehmen deutschlandweit an diesem stets am Pfingstmontag stattfindenden Mühlentag teil. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Öffentlichkeit auf die technischen Denkmäler zu richten, deren Geschichte über 2.000 Jahre zurückreicht. Der Wetteraukreis ist gleich mit fünf Beiträgen beim Deutschen Mühlentag vertreten.

Quelle: Wetteraukreis

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