Vielen Menschen, die beruflich wieder einstiegen möchten, fehlt zunächst die Orientierung. Kann ich noch in meinem Herkunftsberuf arbeiten? Brauche ich eine Fortbildung? Wie kann ich das finanzieren? Eine neue Broschüre bietet Orientierung und informiert insbesondere Mütter und Väter nach der Familienzeit.

Lieselotte Schiffer (Name geändert), 56 Jahre alt und gelernte Krankenschwester arbeitet heute als Alltags- und Demenzbegleiterin. Wie viele Frauen suchte sie, nachdem die Kinder groß warten, noch einmal eine berufliche Herausforderung. Dass ihr beruflicher Wiedereinstieg so gut gelungen ist, hängt auch damit zusammen, dass sie gut beraten wurde und eine von der Agentur für Arbeit geförderte Fortbildung zur Alltags- und Demenzbegleiterin machen konnte.

„Nach wie vor sind es überwiegend Frauen, die einen größeren Anteil an der Familienarbeit übernehmen und zumindest zeitweise aus dem Beruf aussteigen. Um Nachteile in der beruflichen Entwicklung und das Risiko einer unzureichenden Existenzsicherung im Falle einer Trennung gering zu halten, ist eine stabile berufliche Basis und ein früher Wiedereinstieg ganz entscheidend,“ erläutern Landrat Jan Weckler und Kornelia Schäfer, Leiterin des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit.

Der Wegweiser Beruflicher Wiedereinstieg informiert über Beratungsangebote, Fort- und Weiterbildungen, Fördermöglichkeiten, Existenzgründung, Zeitarbeit, Infoveranstaltungen und vieles mehr. Erarbeitet hat ihn der Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Beruflicher Wiedereinstieg.

Ein Kapitel informiert über Weiterbildungen und Umschulungen und die Möglichkeit Schulabschlüsse nachzuholen. Ein weiteres Kapitel thematisiert den beruflichen Wiedereinstieg durch eine Existenzgründung mit Infos zu Beratung, Netzwerken vor Ort und Finanzierungsmöglichkeiten. Für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es spezielle Informationen zu Deutschkursen und der Anerkennung von ausländischen Schul- und Berufsabschlüssen. Für das bessere Gelingen der Vereinbarkeit gibt es Infos rund um Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Pflege von Angehörigen und Kinderbetreuung.

Positive Beispiele machen Mut

Abgerundet werden die Infos durch sechs Geschichten von Frauen, denen der Wiedereinstieg gut gelungen ist. Zum Beispiel eine 26 Jahre alte Mutter, ohne Ausbildung und mit schlechtem Hauptschulabschluss, die sich nach der Elternzeit neu orientierte. Sie machte eine geförderte Ausbildung in Teilzeit und beendete die Ausbildung mit einem Einserschnitt. Die guten Noten haben sie so motiviert, dass sie zurzeit ihr Fachabitur nachmacht. Danach möchte sie studieren.

„Es wird sichtbar, dass im Wetteraukreis vielfältige Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen“, so Landrat Jan Weckler. Er betont: „Der Wegweiser soll auch dazu beitragen, die Kompetenzen von Wiedereinsteigerinnen stärker für den Arbeitsmarkt zu nutzen, diese sind angesichts des bestehenden Fachkräftemangels von wachsender Bedeutung für die Region.“

Die Arbeitsgruppe Beruflicher Wiedereinstieg

Die Arbeitsgruppe ist bereits seit vielen Jahren aktiv und organisiert unter anderem auch den Infotag Beruflicher Wiedereinstieg.

Zur Gruppe gehören: Agentur für Arbeit, Jobcenter Wetterau, Wirtschaftsförderung Wetterau, vhs wetterau, FAB gGmbH, RDW, WAUS gGmbH und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. Unterstützt haben außerdem die IHK Gießen-Friedberg und die Bildungskoordination für Neuzugewanderte des Wetteraukreises.

Der Wegweiser ist erhältlich bei den oben genannten Institutionen der Arbeitsgruppe und dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises, Leonhardstraße7, Friedberg, Telefon: 06031/83-5301. Online ist er hier zu finden.

« Osterzeit ist Lämmerzeit- Landrat Weckler: Schafe sind Botschafter der Biodiversität Landrat Jan Weckler übergibt Insektenhotel an die Kinderfarm Jimbala »