Naturschutzprojekt „SchleiereulenRetter“ erfolgreich gestartet

In einer Scheune in Ortenberg wird ein Nistkasten mit einer Prädatorenschutzplatte angebracht.

Ihr herzförmiges Gesicht leuchtet im Mondschein, die großen dunklen Augen wachen über die Felder. Fast lautlos schlagen ihre breiten Flügel, während sie tief über Wiesen und Scheunen streicht – auf der Suche nach Nahrung. Doch so geheimnisvoll und faszinierend wie die Schleiereule auch ist, ihre Zukunft ist ungewiss. Sie zählt zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten in Hessen. Nahrungsmangel, fehlende Lebensräume und ein Mangel an sicheren Nistplätzen machen ihr das Überleben schwer. Eine umso wichtigere Rolle spielt der Wetteraukreis für ihren Schutz – denn hier finden bis zu 20 Prozent der hessischen Brutpaare noch eine Heimat.

Um diese faszinierende Art weiter zu schützen, hat der Naturschutzfonds Wetterau 2024 das Projekt „SchleiereulenRetter/in“ ins Leben gerufen. Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt zunächst auf der Anbringung neuer Nistkästen, um dringend benötigte Brutplätze zu schaffen. Dank des Engagements der Mitglieder und Partner des Naturschutzfonds konnten gezielt Scheunen- und Gebäudebesitzer angesprochen werden, in deren Nähe bereits Schleiereulen beobachtet wurden. Die Resonanz war groß: Landwirte, Naturschützer und Anwohner schlossen sich der Initiative an.

In einer kleinen Schreinerei in Münzenberg wurden daraufhin maßgefertigte Nistkästen aus stabilem Holz gezimmert. Dann kam der vielleicht spannendste Moment: Ein erfahrener Baumkletterer stieg vorsichtig auf die Balken der Scheunen und brachte die Kästen sicher an – hoch oben, dort, wo die Eulen ungestört brüten können. Auf diese Weise konnten 2024 schon zehn neue Nistkästen im Wetteraukreis angebracht werden. Ein erster wichtiger Schritt für den Schutz dieser bedrohten Vogelart. Zusätzlich wurde auf einer Fläche von 1,1 Hektar eine Dauerblühfläche in der Nähe eines Nistplatzes angelegt und ein Merkblatt mit wichtigen Informationen über die Schleiereule und die Anbringung von Nistkästen an Gebäuden erstellt.

Beobachtungsmeldungen werden gesammelt

Das Projekt wird 2025 fortgesetzt und erweitert: Neben der Anbringung neuer Nisthilfen stehen die Pflege bestehender Nistkästen und die Anlage von Blühstreifen und Brachflächen in der Nähe von Brutplätzen im Fokus. Dazu werden Beobachtungsmeldungen gesammelt, um ein umfassendes Bild über das Vorkommen der Schleiereule im Wetteraukreis zu erhalten und gezielte Schutzmaßnahmen zu planen.

„Der Schutz der Schleiereule ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das Projekt bietet zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu werden und mitzumachen – beispielsweise indem man Sichtungen meldet, Nistkästen auf dem eigenen Grundstück anbringt oder Bekannten von dem Projekt erzählt“, betont der Vorsitzende des Naturschutzfonds, Landrat Jan Weckler. Wer aktiv werden möchte, kann sich online informieren und das Merkblatt mit wertvollen Tipps herunterladen: https://naturschutzfonds.wetterau.de/projekte/schleiereulenretter/in.

Hintergrund

Die Biodiversitätsberatung wird im Rahmen des Projektes „Vorbereitung, Begleitung und Evaluation von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch den Naturschutzfonds Wetterau e.V.“ umgesetzt. Es wird durch das Land Hessen im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Landschaftspflegeverbänden gefördert. Bewilligungsstelle ist das Regierungspräsidium Darmstadt. Die Förderung trägt insbesondere zur Umsetzung der Ziele der Hessischen Biodiversitätsstrategie bei.

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